Wie viel Identität hätten's denn gerne?

Bitte beachten Sie: Die Buchpremiere "Vermintes Gelände" mit Petra Gerster und Christian Nürnberger wird aufs nächste Frühjahr verlegt. Der neue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

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Mohamed Amjahid und Petra Gerster (Bilder: A. Langer und Rico Rossival)

Kaum ein Buzzword bringt die Gemüter schneller auf 180 als die „Identität“. Für die einen ist sie Mittel zur Befreiung unterdrückter Gruppen und im Kampf gegen Rassismus, Sexismus und Antisemitismus. Andere sehen in ihr eine Modeerscheinung, die Aufmerksamkeit von wichtigeren Themen wegnimmt und die Gesellschaft und Allianzen spaltet. Mit zwei Veranstaltung analysiert das IZ im November verschiedene Facetten der Identitätsdebatte mit prominenten Gästen.

Am 08.11. sind Mohamed Amjahid und Alice Hasters im Format „Pick your host“ zu Besuch und sprechen über Amjahids neues Buch „Der weiße Fleck“, in dem er sich mit Rassismus in der deutschen Gesellschaft beschäftigt.
Am 12.11. folgen Petra Gerster und Christian Nürnberger mit der Buchpremiere ihres neuen Buches „Vermintes Gelände – wie der Krieg um Wörter unsere Gesellschaft verändert“. Darin werfen sie einen Blick auf Identitätsdebatten und die Macht der Worte.

Mohamed Amjahid, Alice Hasters und der weiße Fleck

Mohamend Amjahid und Alice Hasters (Fotos: A. Langer; H. Henkensiefken)
Der weiße Fleck (Foto: Piper)

„Mein Name ist Mohamed, und ich machen mir große Sorgen um meine körperliche Unversehrtheit, meine Existenz, mein Leben in Deutschland, in Europa, im sogenannten Westen.“

Mit diesen eindringlichen Worten beginnt Mohamed Amjahids Buch „Der weiße Fleck“. Darin schlägt er einen weiten Bogen von deutscher Kolonialgeschichte bis zu rassistischen Angriffen auf Geflüchtete. Auch in diversen Talkshows, Interviews und Artikeln setzt er sich mit den Themen Rassismus und Diskriminierung auseinander und legt den Finger in offene Wunden der deutschen Gesellschaft.
Am 08. November ist er beim Format „Pick your host“ im Interkulturellen Zentrum zu Gast. Dabei dürfen sich Autor*innen ihre Gesprächspartner*innen selbst heraussuchen und mit Ihnen über den Inhalt ihrer Bücher sprechen.
Amjahid hat sich dazu die Autorin und Journalistin Alice Hasters herausgesucht. Für ihn sei sie „eine der wichtigsten, jungen und emanzipatorischen Stimmen in Deutschland“. Mit Hasters kreiere er „im Denken und im Handeln Allianzen, die verletzbare Minderheiten schützen und stärken“, so Amjahid.

Stimmen zum Buch

„Ein Buch, das dazu anregt, eigene Privilegien zu hinterfragen.“ – Berliner Morgenpost

„Klar ist, dass es mit dem bloßen Nachdenken über Rassismus noch lange nicht getan ist. Warum die Sichtbarmachung des ›weißen Flecks‹ aber so wichtig ist, wird spätestens am Ende des Buchs deutlich.“ – Süddeutsche Zeitung
 

Mohamed Amjahid ist Journalist und Autor. Ab 2018 arbeitete er als Redakteur bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Seit 2020 ist er freier Journalist und Buchautor. In seinen Büchern beschäftigt er sich mit Rassismus und Diskriminierung. Sein aktuelles Buch „Der weiße Fleck“ erschien 2021 im Piper Verlag.

Was Weisse Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (Foto: Hanserblau)

Alice Hasters ist Journalistin und Autorin. Sie arbeitet u.a. für die Tagesschau und den Rundfunkt Berlin-Brandenburg (rbb).
Ihr Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten“ erschien 2019 im Carl Hanser Verlag. In den USA war es zwar kein Bestseller, aber in Deutschland schaffte das Buch auf Platz 3 der Spiegel-Bestsellerliste.

„Vermintes Gelände“ – Buchpremiere mit Petra Gerster und Christian Nürnberger

Vermintes Gelände (Heyne Verlag)

„Guten Abend, herzlich willkommen bei den Heute-Nachrichten“ mit diesen Worten begrüßte Petra Gerster fast 23 Jahre lang Zuschauer*innen zu den Nachrichten. Doch es war eine andere Ansprache, die zu Diskussionen führte. 2020 begann sie auch bei den gesprochenen Nachrichten zu gendern und sprach von Länderchef*innen und Apotheker*innen. Kritiker*innen liefen Sturm gegen den Glottisschlag und schrieben empörte Briefe an die „heute“-Redaktion. Bei einem Auftritt in der Talkshow Maischberger, kurz vor ihrem Ruhestand, sagte sie, dass „die Mehrheit der Zuschauer es ablehnt“. Doch kann eine inklusive Sprache nicht auch zu einer Erweiterung des Bewusstseins und zur Sichtbarmachung verschiedener Gruppen führen?
In dem neuen Buch „Vermintes Gelände“ widmet Petra Gerster sich mit dem Publizisten und Journalisten Christian Nürnberger, dem Thema Identitätspolitik und der Macht der Sprache. Dabei analysieren sie wie es gelingen kann, mit sensibler Sprache die Gesellschaft rücksichtsvoller und toleranter zu machen, ohne in den Dogmatismus rigoroser Moralist*innen zu fallen. Und sie gehen der Frage nach, was noch als gefestigt gilt.
Diese Veranstaltung wird aufgrund der steigenden Inzidenzen aufs Frühjahr 2022 verlegt.

Petra Gerster (Bild: Rico Rossival)

Petra Gerster braucht keine Vorstellung. Die Journalistin und Buchautorin moderierte jahrelang das ZDF-Nachrichtenmagazin „heute“. Für ihre journalistischen Leistungen wurde sie u.a. mit dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus und der Goldenen Kamera ausgezeichnet. Die Geschichten und Wahrheiten unterdrückter Frauen stellte Gerster dabei immer in den Mittelpunkt:
„Ich habe schon versucht, in den Nachrichten Frauen immer auch mit zur Sprache zu bringen.“

Christian Nürnberger (Foto: Kay Blaschke)

Christian Nürnberger war Redakteur bei der „Frankfurter Rundschau“ und seit 1990 als Publizist und freier Autor, u.a. für „Die Zeit“ und die „Süddeutsche Zeitung“ tätig. Er veröffentlichte viele Bücher u.a. „Die verkaufte Demokratie“ über den Einfluss von Geld in der Politik und „Die Meinungsmaschine“, in dem er mit Petra Gerster über Informationsfreiheit und Fake News schreibt.

Anmeldung zur Veranstaltung

Die Veranstaltung finden jeweils ab 20:00 Uhr im Großen Saal des Interkulturellen Zentrums (Alte Tabakfabrik) statt und wird zeitgleich auch auf die digitalen Kanäle des IZ, auf Twitter, Facebook und Youtube gestreamt. Für die kostenlose Teilnahme an der Präsenzveranstaltung schicken Sie eine Email an iz@heidelberg.de unter der Angabe von Kontaktdaten (Adresse mit Email oder Handynummer).
Je nach dem Stand der Pandemie gilt für die Veranstaltung eine 3G- oder 2G Regelung. Bitte halten Sie einen Nachweis für eine Impfung, Genesung oder Testung bereit.

(Erstellt am 24. Oktober 2021)