Weitere Veranstaltungen der Wochen gegen Rassismus

Das Programm der Wochen gegen Rassismus wird noch größer, weitere Veranstaltungen sind geplant und können hier gefunden werden!

Marie-Susana Séguin - Ursprünge des Antirassismus: Gedankenfreiheit, Meinungsfreiheit

Marie-Susana Séguin

Donnerstag, den 01. April um 19:30 Uhr, digital mit Anmeldung

Die Behauptung der natürlichen Gleichheit zwischen den Menschen jeglicher Herkunft ist keine Selbstverständlichkeit in der Ideengeschichte. Es bedurfte eines langen Kampfes gegen ein Wertesystem, das durch eine bestimmte Anschauung der Welt bestimmt war. Wie aber diese Hierarchie der Wesen zu Fall bringen, ohne die Gesellschaft selbst, ihre Anschauungen, ihre Institutionen infrage zu stellen? Und wie konnte man solche Gedanken in einer Gesellschaft ausdrücken, in der nicht alle Ideen publiziert werden durften? Der Vortrag wird den Nährboden des antirassistischen Kampfes durch die Kämpfe der Autoren zur Zeit der Aufklärung darlegen.
Maria Susana Seguin lehrt an der Universität Montpellier 3 und ist Seniormitglied des Institut Universitaire de France. Sie hat u. a. Science et religion dans la pensée française du xviiie siècle (Champion, 2001) veröffentlicht. Sie ist auch Leiterin des Gruppe "Libertins et clandestins" im Institut d’Histoire des Représentations et des Idées dans les Modernités (IHRIM - ENS de Lyon).

Vortrag auf Französisch mit deutschen Untertiteln auf dem Youtubekanal des IZ, im Anschluss ein geschlossenes Zoomgespräch. 

Die Anmeldedaten für das Zoomgespräch bekommen Sie bis zum 31. März nach Anfrage unter der Email planeix@montpellier-haus.de.

Schwarz und Weiß sind keine Farben

Schwarz und Weiß (Foto: Luca)

Mittwoch, den 07. April um 18:30 Uhr, digital mit Anmeldung

Die Grundidee des Treffens ist das Teilen von Gedanken, Gefühlen und Narrativen. Jedes Wort, jeder Satz, jede Satzmelodie, jede Aussage kann einen Trigger setzen. Da wir einen Raum der Offenheit miteinander wünschen, ohne Rassismen zu gestatten, ist uns wichtig, vorab diese Trigger Warnung zu formulieren. Schwarz und Weiß ist keine Farbe - Herrenmenschendenken – wer das intellektuell begutachtet und für eine punktuelle und vergangene Denkweise hält, muss nicht mit einer Unter- also Nicht-Menschen Zuweisung leben. Das Denken ist die Grundlage der Entscheidungen, egal ob wir im Schwerpunkt mit dem Bauch oder Rückgrat oder Hirn denken. Dort bilden sich Absichten ab. Unsere Absicht ist, im miteinander wieder reale Menschen zu erkennen. Wissend, dass es in der Jetzt – Zeit sehr um juristische und politische Entwicklung also strukturelle Kategorien geht. Doch macht es Sinn, dies jenseits der realen Vielfalt von Menschen zu denken? Schwarz und Weiß ist keine Farbe - Kapitalistischer Rechtsstaat - Wenn wir aufhören die Absicht zu haben, einander zu fragen, wie + wer wir sind, wie wir miteinander klarkommen können, weil es Zeit kostet, weil es Kraft und Energie braucht, weil es die Entscheidung für die real existierenden Menschen schaffen könnte, wo sind wir dann …? Schwarz und Weiß ist keine Farbe – Wir, die wir einladen, denken auch intellektuell und fühlen bis in unsere Körperzellen, dass es schwierig ist die Reproduktion eines jahrhundertelangen Prozesses, Trainings rassistischen Denkens und Handelns zu stoppen. Das N-Wort zu lassen ist einfach. Das ist klar und sicher. Doch geht es darum, Sicherheit zu bekommen. Sicherheit, wie wir miteinander umgehen oder umgehen können? Wie eine Dekonstruktion des Rassismus alle mitnehmen kann und nicht nur einen neuen Pendelschlag aus einer anderen Richtung auslöst? Doch vielleicht muss erst dieser strukturellen und systematischen Macht + Würde-Ungleichheit eine strukturelle und systematische Macht- + Würde-Ungleichheit gegenübergestellt werden? Vielleicht ist es die Lehr- und Lernzeit, um Spiegelneuronen zu befeuern? Schwarz und Weiß ist keine Farbe - Schon im Vorfeld haben wir gemerkt, es sind mehr Fragen offen, als sich lichten … Wir laden ein BIPoC und auch Weiße. Unsere Idee: Nur gemeinsam lassen sich Fragen beantworten. Dazu müssen Menschen Geschichten erzählen + verarbeiten. Die eigenen Geschichten, die Geschichten anderen Menschen, die gemeinsamen Geschichten. Nur eine weiße Perspektive?

Veranstalter: LuCa Heidelberg e.V., Sarah Petzoldt, Anna Thesing. Zoom-Treffen am 7.4.21, 18:30 bis 20:00 Uhr. Wir laden ein, BIPoC-Menschen und weiße Menschen. Wir verbinden Mikro-Lesungen (einzelne Sätze) aus verschiedenen Büchern und Lebensgeschichten Rassismus-Erfahrener Menschen, die wir als Gäste einladen mit den Erfahrungen und Fragen der Eingeladenen Teilnehmer*innen. Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung unter NoRacism@luca-heidelberg.de bis zum 4.4.21. Sie erhalten darüber die Daten, um teilnehmen zu können.

Warum immer wieder Antisemitismus?

Star of David (Foto: David Holifield @ Unsplash)

Mittwoch, den 07. April 2021 - 18-19 Uhr; digital mit Anmeldung

Die Geschichte der Juden in Europa ist eine Geschichte der Verfolgung, der Gewalt an ihnen. Seit ca. 500 Jahren finden immer wieder Perioden dieser Gewalt in der Geschichte statt, wo der Hass und die Verfolgung von Juden sich in barbarischen Formen äußert. Die letzte große Barbarei gegen die Juden fand vor 80 Jahren im Nazi-Deutschland statt. Auch heutzutage, ca. 70 Jahre nach diesem Verbrechen werden die Juden wieder verfolgt, auf der Straße angegriffen, ihre Geschäfte zerstört, sie werden beleidigt und leben in Angst. Warum finden immer wieder diese antisemitischen Aggressionen statt? Die Angriffe sind stereotyp, sie wiederholen sich immer wieder auf dieselbe Art. Warum?
 
Im Vortrag wird Antisemitismus - so wie ihn die Kritische Theorie von Adorno und Horkheimer erforscht haben - dargestellt und auf die psychologischen und ökonomisch-gesellschaftlichen Bedingungen eingegangen, die ihn begünstigen.

Anmeldung unter kurse@akademie-fuer-aeltere.de oder Telefon 06221/975032

(Erstellt am 22. März 2021)