Die Geschichte(n) der Stolpersteine

...wie aus einer Idee ein internationales Gedenkprojekt wurde

Kurz vor dem 8. Mai, dem Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, beschäftigt sich Dreamers, der Podcast des Interkulturellen Zentrums Heidelberg, in dieser Woche mit der Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten. Dafür spricht Gastgeberin Jana Stahl mit dem Künstler Gunter Demnig und der Heidelbergerin Susanne Himmelheber über Stolpersteine.

1993 entwarf Gunter Demnig die ersten Stolpersteine. Seit dem Jahr 2000 verlegt er die kleinen Gedenktafeln auf Gehwegen vor Wohnhäusern, in denen NS-Opfer lebten, bevor sie verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine aus Messing erinnern an das Schicksal der Verfolgten des Nationalsozialismus. Lokale Initiativen fordern die Steine bei Deming an. Der 74-Jährige lässt es sich nicht nehmen, einen Großteil der Steine selbst vor Ort zu verlegen.
In Heidelberg brauchte die Stolperstein-Initiative viel Geduld, bis die ersten Steine 2010 verlegt werden konnten. Zuerst musste der Gemeinderat überzeugt werden, wie Susanne Himmelheber von der hiesigen Stolperstein-Initiative berichtet. Besonders für Schülerinnen und Schüler wird Geschichte im Rahmen einer Stolperstein-Verlegung konkret und die Erinnerung an die Menschen lebendig. „Einmal im Leben sollte man einen Stolperstein mitverlegen“, empfiehlt die Heidelbergerin.
Diese neunte Folge wird ab Donnerstag, dem 6. Mail 2021 auf der Webseite und auf dem Youtubekanal des Interkulturellen Zentrums, sowie bei allen großen Audioplattformen, wie zum Beispiel Spotify und Deezer, frei zugänglich sein.

Im Podcast Dreamers porträtiert das Interkulturelle Zentrum Heidelberg spannende interkulturelle Projekte und zivilgesellschaftliche Akteure, die ihre Träume aktiv umsetzen, zum Beispiel den Traum, eine anerkannte Künstlerin zu werden. In den ersten sieben Folgen sprachen Patrick Figaj über seine Audiospurensuche „Tadschu“, das Autorenkollektiv HeidelFriends über ihr interkulturelles Buchprojekt „Nationalität: Mensch!“, der Asylarbeitskreis Heidelberg über die Arbeit mit Geflüchteten in Zeiten von Corona, die Neuen deutschen Medienmacher*innen über ihre Kampagne #Wetterberichtigung, das Internationale Frauen- und Familienzentrum (IFZ) Heidelberg über das Empowerment von Frauen während der letzten 30 Jahre, Volare e.V. und die Freunde Arabischer Kunst und Kultur über ihre Freundschaft und gemeinsame Projekte, EVA e.V. und Synergie e.V. über ihre interkulturellen Projekte und die Künstlerin Cholud Kassem zum Beispiel über ihre Ausstellung "Burka, Hidschab, Nonnenschleier".